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Schlafen Babys mehr bei Hitze?

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Schlafen Babys mehr bei Hitze?

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    Babys sind bei Hitze besonders gefährdet: Gerade nachts können sie eine Überhitzung nicht signalisieren und schlafen oft länger. Doch warum ist das so?
    Babys sind bei Hitze besonders gefährdet: Gerade nachts können sie eine Überhitzung nicht signalisieren und schlafen oft länger. Doch warum ist das so? Foto: uv_group, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Hohe Temperaturen machen im Sommer nicht nur Erwachsenen, sondern auch den Kleinsten zu schaffen. Durch den Klimawandel nehmen die Temperaturen kontinuierlich zu und damit wachsen auch die gesundheitlichen Risiken. Besonders Babys sind gefährdet. Doch wie reagieren Babys eigentlich auf die Hitze? Schlafen sie bei hohen Temperaturen wirklich mehr? Und worauf sollten Eltern achten, damit ihr Kind sicher und gesund durch die Sommernächte kommt? Dieser Artikel erklärt, warum Hitze für Babys so gefährlich ist, wie sich ihr Schlafverhalten bei hohen Temperaturen verändern kann und worauf sowohl nachts als auch tagsüber geachtet werden sollte, um eine Überhitzung zu verhindern.

    Warum sind Babys bei Hitze besonders gefährdet?

    In Deutschland sorgt der Klimawandel Jahr für Jahr für steigende Temperaturen. Diese haben spürbare Folgen für die Gesundheit. So verzeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) für den Sommer 2024 rund 2800 hitzebedingte Sterbefälle. Besonders betroffen sind ältere Menschen über 75 Jahre, doch auch Babys und Kleinkinder zählen zu den gefährdeten Gruppen.

    Denn Babys sind, wie das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) beschreibt, viel empfindlich gegenüber Hitze. Das liegt daran, dass sie weniger schwitzen als Erwachsene und dadurch überschüssige Wärme schlechter abgeben können. Die Körperwärme staut sich folglich im Inneren, und die Temperatur kann nicht ausreichend reguliert oder gesenkt werden. Hinzu kommt eine höhere Stoffwechselrate, sodass Babys bei körperlicher Aktivität mehr Wärme produzieren. „Je jünger Ihr Kind ist, desto empfindlicher und somit schutzbedürftiger ist es gegenüber Hitzebelastungen“, betont das BIÖG.

    Schlafen Babys mehr bei Hitze?

    Gerade an heißen Tagen beobachten viele Eltern, dass ihre Babys länger schlafen als sonst. Grund dafür kann laut dem BIÖG tatsächlich die Hitze sein. Denn anders als bei Kälte wachen Babys bei einer Überhitzung nicht automatisch auf. Sie schlafen einfach weiter, selbst wenn ihnen zu warm ist.

    Doch warum ist das so? Der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Saarbrücken, Jens Möller, erklärt in einer Pressemitteilung, dass Babys auf hohe Temperaturen oft mit erhöhter Müdigkeit reagieren. Sie können ihre Körpertemperatur weniger gut regulieren, weshalb sie schneller überhitzen. Die erhöhte Belastung durch die Hitze führt dazu, dass Babys oft schlapp und müde wirken und mehr schlafen als sonst. Das macht Überhitzung bei Säuglingen besonders gefährlich. Denn anders als Erwachsene können sich die Kleinen nicht bemerkbar machen, wenn ihnen zu warm wird. Deshalb ist es wichtig, die Schlafumgebung eines Babys bei Hitze besonders sicher zu gestalten und regelmäßig auf Anzeichen einer Überhitzung zu achten.

    Wie erkenne ich, ob meinem Baby zu heiß ist?

    Bei hohen Temperaturen sollten Eltern besonders aufmerksam sein und regelmäßig die Körpertemperatur ihres Babys kontrollieren. Am zuverlässigsten lässt sich die Temperatur laut BIÖG zwischen den Schulterblättern fühlen. Ist die Haut dort sehr warm oder verschwitzt, droht eine Überhitzung. Hände und Füße sind dagegen meist kühl und eignen sich nicht als Indikator für die Körpertemperatur. Weitere Warnzeichen für eine Überhitzung sind laut BIÖG:

    • Heiße, gerötete Haut
    • Starkes Schwitzen
    • Sehr kühle Haut
    • Trockene spröde Lippen durch den Flüssigkeitsverlust

    Kann viel Schlaf bei Hitze gefährlich werden?

    Gerade an heißen Tagen kann es passieren, dass Babys länger und weniger unruhig schlafen als gewöhnlich. Doch das ist nicht immer ein gutes Zeichen. Droht durch hohe Temperaturen eine Überhitzung, kann dies ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Das Gesundheitsmagazin der Helios Kliniken warnt vor Symptomen wie Schwindel, Übelkeit und Erschöpfung. Im schlimmsten Fall kann der plötzliche Kindstod die Folge sein. Um dieses Risiko zu minimieren, empfehlen sie, regelmäßig die Temperatur des Babys zu kontrollieren und für ein angenehm kühles Raumklima zwischen 16 und 18 Grad zu sorgen.

    Baby-Schlaf bei Hitze: 4 Tipps für Eltern

    Damit Babys auch bei Sommerhitze sicher schlafen, rät das BIÖG zu folgenden Maßnahmen, um eine nächtliche Überhitzung zu umgehen:

    1. Leichte, atmungsaktive Schlafkleidung wie einen kurzärmligen Body oder einen dünnen Schlafanzug ohne Füße aus Baumwolle
    2. Auf dicke Decken verzichten und stattdessen zu einem leichten Laken greifen
    3. Kurzärmliger Sommerschlafsack
    4. Wärmespeicher wie Plüschtiere und Kissen aus dem Bett entfernen

    Tagsüber bei Hitze: 8 Tipps für Eltern

    Babys können ihre Körpertemperatur noch nicht so gut regulieren wie Erwachsene. Deshalb ist es besonders wichtig, sie an heißen Tagen zu schützen, um auch nächtliche Überhitzungen zu verhindern. Das BIÖG empfiehlt folgende Maßnahmen, um einem Sonnenstich oder einer Hitzeschöpfung vorzubeugen:

    1. Vor direkter Sonneneinstrahlung fernhalten
    2. Mittagshitze zwischen 10 und 17 Uhr meiden
    3. Keine körperliche Anstrengung in den heißen Stunden
    4. Ausreichend trinken und öfter stillen
    5. Leichte, helle, atmungsaktive Kleidung
    6. Sonnenbrille und Kopfbedeckung als Sonnenschutz
    7. Wohnung möglichst kühl halten
    8. Niemals das Kind im parkenden Auto zurücklassen
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