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Heilfasten

Heilfasten nach Buchinger: Eine Kurz-Anleitung

Fastenleiterin Friederike Carlsson
Bild: , (C) LAGOM by Carlsson
Fastenleiterin Friederike Carlsson

Für mehrere Tage auf feste Nahrung zu verzichten scheint auf den ersten Blick undenkbar. Mit der richtigen Anleitung ist es mit dem Heilfasten nach Buchinger aber möglich, für einen längeren Zeitraum nichts zu essen und gleichzeitig etwas Gutes für den Körper zu tun.

Ilaria Wollek

Viele kennen das Problem, wenn der Computer nicht mehr richtig funktioniert, weil zu viele Dateien und Dokumente auf der Festplatte gespeichert sind. Dann kann es helfen, alle unnötigen Programme zu löschen und den Computer noch einmal neu zu starten. Ein Herunterfahren und Neustarten gibt es auch für den eigenen Körper. Das Heilfasten nach Buchinger ist eine Jahrtausende alte Tradition, bei der Fastende für einige Tage auf feste Nahrung verzichten und täglich maximal 250 bis 500 Kalorien in flüssiger Form zu sich nehmen. Das Fasten nach Buchinger soll eine besonders heilende Wirkung auf den Körper haben, da sich der Darm und der gesamte Körper während der Fastenzeit reinigt und regeneriert.

Je nach Gesundheitszustand findet das Heilfasten nach Buchinger als Therapiemaßnahme unter ärztlicher Aufsicht in Kliniken statt oder als präventives Fasten, unter der Anleitung ausgebildeter Fastenleiter:innen. Friederike Carlsson ist Gesundheitstrainerin für Ernährung und ärztlich geprüfte Fastenleiterin. Seit 2019 ist sie Inhaberin von LAGOM by Carlsson in Affing und bietet Online-Fastenkurse sowie Fastenurlaube und Kochkurse an. „Bei meinen Fastenkursen habe ich ganz verschiedene Teilnehmer:innen“, erzählt Friederike Carlsson. „Viele Erstfastende, Menschen die regelmäßig fasten und auch Teilnehmende, die mit dem Heilfasten gesundheitliche Beschwerden verbessern möchten.“

Heilfasten als Mittel gegen gesundheitliche Probleme

Das präventive Heilfasten nach Buchinger richtet sich an Menschen, die sich gesund fühlen und freiwillig auf Nahrung verzichten möchten. „Wer Medikamente nimmt oder eine chronische Erkrankung hat, sollte das Heilfasten jedoch vorher unbedingt mit einem Arzt absprechen“, empfiehlt die Ernährungsexpertin. Eine heilende Wirkung soll das Fasten unter anderem bei Gelenkschmerzen, Hautproblemen und Migräne haben. Besonders Entzündungen im Magen-Darm-Trakt oder Probleme mit Verstopfungen und Blähungen können durch die Fastenmethode nach Buchinger gelindert werden. „Während des Fastens hat der Darm eine Pause und kann sich regenerieren“, erklärt Carlsson. „Nach vier bis fünf Tagen fängt der Körper dann an, seine Stammzellen zu erneuern und schlechtes Zellmaterial auszuscheiden. Daher kommt die heilende Wirkung beim Fasten nach Buchinger.“

Wie funktioniert die Fastenmethode?

„Am ersten Tag des Fastens greift der Körper auf den Glykogenspeicher in der Leber und Muskulatur zurück. Hat sich dieser entleert, geht der Körper zuerst kurzzeitig in den Eiweißstoffwechsel“, bevor er dann seine Hauptenergie aus dem Fettstoffwechsel gewinnt, weiß die Fastenleiterin. Dass Fastende über einen längeren Zeitraum auf Nahrung verzichten können, liegt daran, dass der Körper während der Fastenphase auf seine gespeicherten Energien und Reserven zurückgreifen muss. Daher ist es auch normal, dass während des Fastens Gewicht verloren wird. Im Vergleich zu Ernährungstrends wie dem Intervallfasten oder Basenfasten, ist das Heilfasten nicht als langfristige Abnehm-Methode geeignet. Es geht eher darum, nach der Fastenzeit auf eine gesunde Ernährungsweise umzusteigen und zu überlegen, welche Nahrungsmittel das Wohlbefinden fördern.

Anleitung zum Fasten nach Buchinger

„Am wichtigsten ist es, wirklich Lust auf das Fasten zu haben“, betont Friederike Carlsson. Für ein erfolgreiches Heilfasten nach Buchinger gibt es außerdem genaue Anleitungen zu beachten. Ein paar Tage bevor das Fasten anfängt, sollen Fastende den Körper entlasten. Dazu werden Kaffee, Alkohol und tierische Produkte langsam reduziert. Der erste Fastentag startet dann mit der Darmreinigung. „Das geht besonders gut mit Glauber- oder Bittersalz, oder mit zwei bis drei Fastenpflaumen“, rät die Gesundheitstrainerin. „Die Darmentleerung ist besonders wichtig, weil bei einem leeren Darm auch kein Hungergefühl auftritt.“ Während der Fastentage wird vor allem sehr viel Wasser und Tee getrunken. Drei bis fünf Liter Flüssigkeit am Tag sorgen dafür, dass die Stoffwechselendprodukte aus dem Körper gespült werden. Massagen, Sauna-Einheiten und Darmreinigungen sind dann weiterhin notwendig, um die Regeneration zu fördern. Außerdem sollten sich Fastende regelmäßig bewegen. „Bei Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel kann ein Spaziergang besonders guttun“, weiß Carlsson.

Nach sechs bis acht Tagen wird das Fasten dann mit einem Apfel gebrochen. Die Fastenden sollen in den darauffolgenden Tagen besonders leichte Mahlzeiten zu sich nehmen. Gedünstetes Gemüse und Suppen eignen sich dafür besonders gut. „Es geht beim Fasten auch viel um Achtsamkeit und das Erspüren von Hunger, Sättigung und Durst“, erklärt Friederike Carlsson. Das Heilfasten ist nämlich nicht nur eine Reinigung für den Körper, sondern auch für Seele und Geist. Friederike Carlsson weiß: „Viele Teilnehmende fangen mit dem Fasten an, wenn sie vor einer wichtigen Veränderung in ihrem Leben stehen. Letztendlich ist es auch ein Gedankenfasten und ein innerliches Aufräumen. Der Verzicht auf Nahrung stärkt zudem die Selbstwirksamkeit und gibt dem Körper und Geist neue Energie.“

Ein Fastenkurs von Friederike Carlsson beim Wandern.
Bild: (C) LAGOM by Carlsson
Ein Fastenkurs von Friederike Carlsson beim Wandern.