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Intervall, religiös oder nach Buchinger: Fasten ist in!

Tipps zum Fasten von Friederike Carlsson, Inhaberin von LAGOM by Carlsson und Gesundheitstrainerin für Fasten, Ernährung und Bewegung
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Tipps zum Fasten von Friederike Carlsson, Inhaberin von LAGOM by Carlsson und Gesundheitstrainerin für Fasten, Ernährung und Bewegung

Nächste Woche ist es wieder so weit: Für gläubige Christen beginnt eine Fastenzeit von 40 Tagen. Denn die Tage zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag sind geprägt von Verzicht. Traditionell sollen Christen dann 40 Tage lang bestimmte Nahrungs- und Genussmittel entbehren.

Laura Finus

Früher, als Religion noch eine zentrale Rollte im Alltag spielte, wurde die Fastenzeit im katholischen Augsburg sehr streng eingehalten. Es gab viele Regeln und Strafen bei Verstößen. Mittlerweile wird die Fastenzeit aber auch in Augsburg sehr individuell ausgelegt und oft ohne religiösen Hintergrund praktiziert. Verzicht liegt im Trend, besonders Alkohol, Süßigkeiten und Fleisch liegen ganz vorn bei den Dingen, auf die in der Fastenzeit am ehesten verzichten würde. Die Intersana-Redaktion hat mit Friederike Carlsson, Inhaberin von LAGOM by Carlsson in Affing, Gesundheitstrainerin für Fasten, Ernährung und Bewegung, gesprochen und Tipps zum Verzicht in der Fastenzeit für Augsburger zusammengefasst.

Religiöses Fasten und aktuelle Fastentrends

Friederike Carlsson definiert Fasten als „freiwilligen Verzicht auf feste Nahrungs- und Genussmittel für eine bestimmte Zeit“. Insbesondere betont sie die Worte „freiwillig“ und „bestimmte Zeit“. Denn niemand sollte zum Verzicht gezwungen werden und für die Gesundheit ist es, je nach Fastenart, wichtig den Zeitraum einzugrenzen. Beim religiösen Fasten steht dazu Demut, Rückbesinnung und die Frage „Wie viel benötige ich wirklich?“ im Vordergrund. Anders als bei vielen Ernährungstrends geht es beim Fasten nicht unbedingt um Gewichtsverlust. Außerdem hat der Verzicht nicht immer religiöse Motive. „Momentan sind Saft-Fasten, Schein-Fasten und Intervallfasten sehr beliebt. Diese Fastenarten haben jedoch nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Heilfasten von Dr. Buchinger gemeinsam, sondern sind mehr für den Alltagsgebrauch angepasst“, erklärt Friederike Carlsson.

Gemeinsam fällt's leichter: Fastenurlaub mit Friederike Carlsson
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Gemeinsam fällt's leichter: Fastenurlaub mit Friederike Carlsson

Die Auswirkung von Fasten auf Geist und Körper

„Eine wichtige Erkenntnis, die Fastende erlangen, ist, dass man auch ohne regelmäßiges Essen, satt, zufrieden und leistungsfähig sein kann“, erklärt die Fastenexpertin. Sie führt weiter aus: „Heute sind wir ja ständig in der Versuchung zu snacken. Lebensmittel gibt es an jeder Ecke und Essen abzulehnen ist schwierig. Allein sich das einmal bewusst zu machen, also wie stark man vom Essen verfolgt wird, ist der erste Schritt.“ In der Fastenzeit haben Augsburger die Chance ihr Essverhalten zu hinterfragen und bewusst zu verzichten. Fragen wie „Was esse ich überhaupt? Wie schmeckt es mir? Wie viel Zeit nehme ich mir dafür? Kaue ich ausreichend? Höre ich auf, wenn ich satt bin?“, können laut Fastenexpertin dabei helfen.

Besonders begeistert ist sie vom Heilfasten nach Buchinger. Das ist ein ganzheitlicher Ansatz: Der Fokus liegt auf nährstoffreichen Flüssigkeiten, wie Gemüsebrühe und frischen Gemüsesäften und ist in verschiedene Phasen eingeteilt. So soll der Körper bestmöglich bei der Selbstreinigung und Selbstheilung unterstützt werden. Laut Friederike Carlsson ist das dann „eine Rund-um-Erneuerung von der insbesondere der Darm, das Herz-Kreislauf-System und alle Körperzellen profitieren“.

Die Fastenzeit beginnt: So integriert man den Verzicht in seinen Alltag
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Die Fastenzeit beginnt: So integriert man den Verzicht in seinen Alltag

Drei Tipps für eine gelingende Fastenzeit in Augsburg

Wer das präventive Heilfasten ausprobieren möchte, sollte sich einen Zeitraum dafür suchen, in dem er von der Arbeit oder Familie nicht zu sehr eingespannt ist. Besonders an den ersten drei Tagen können Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen das Wohlbefinden beeinträchtigen.

  • 1. Fastentipp: Intervallfasten

Für den Verzicht im Alltag empfiehl Friederike Carlsson Intervallfasten. Damit können Augsburger in der Fastenzeit beginnen, es aber auch danach weiter in ihren Alltag integrieren. Intervallfasten bedeutet, dass täglich über einen bestimmten Zeitraum keine Kalorien aufgenommen werden. Besonders beliebt ist beispielsweise die Methode 16:8, das heißt 16 Stunden wird gefastet, in 8 Stunden dürfen 2 Mahlzeiten gegessen werden.

  • 2. Fastentipp: Basenfasten

Aber auch Basenfasten, oder besser Säurefasten, kann gut zuhause und allein umgesetzt werden. Die Ernährung wird auf Obst, Gemüse, Kartoffeln, Nüsse, Samen und Kräuterumgestellt. Auf Säuren, vor allem in Getreide und tierischem Eiweiß, wird verzichtet.

  • 3. Fastentipp: Saftfasten

Für Berufstätige ist sicherlich das Suppen- oder Saftfasten eine attraktive Form des Verzichts. Denn inzwischen gibt es einige Hersteller, die solche Fastenkuren anbieten und Suppen oder Säfte in hochwertiger Qualität liefern. So muss nach man Feierabend weder einkaufen noch kochen. Ganz schön praktisch eigentlich, oder?

Es gibt also einige Arten, sich im Verzicht zu üben. Wichtig ist dabei aber, es nicht des Abnehmens wegen zu machen. Klar, wenn die Nahrungsaufnahme eingeschränkt wird, kommt es unweigerlich auch zum Gewichtsverlust. Im Fokus stehen aber Gesundheitsförderung, Achtsamkeit und der bewusste Konsum.