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Neue Studie zu Trends

Lieber Outdoor-Sport als Fitnessstudio oder Sportverein?!

Immer mehr Menschen bevorzugen Sport im Freien - zum Beispiel Spazierengehen, Radfahren oder Workouts.
Bild: NDABCREATIVITY, stock.adobe.com
Immer mehr Menschen bevorzugen Sport im Freien - zum Beispiel Spazierengehen, Radfahren oder Workouts.

Die Corona-Pandemie hinterlässt Spuren – auch im Sport. Eine neue Studie hat die Folgen nun untersucht. Beliebt sind vor allem Spazierengehen, Radfahren und Home-Workouts mit Online-Training...

Julia Paul

Fitnessstudios und Sportvereine werden unbeliebter. Während der Corona-Pandemie haben immer weniger Deutsche Sport in Innenräumen ausgeübt. Auch heuer geht diese Entwicklung weiter. Zu den beliebtesten Aktivitäten zählen:

  1. Spazierengehen
  2. Radfahren
  3. Home-Workouts

Training zu Hause: Workouts aus dem Internet liegen im Trend

Workouts für Zuhause werden zum Beispiel häufiger als vor Corona online durchgeführt: Während vor der Pandemie nur neun Prozent regelmäßig virtuell angeleitetes Home-Training ausgeübt haben, sind es mittlerweile schon 14 Prozent.

Das sind Ergebnisse der Studie "Fitness 2022". Sie wurde im Januar 2022 im Auftrag der pronova BKK, einem Zusammenschluss der Betriebskrankenkassen namhafter Weltkonzerne, durchgeführt. Deutschlandweit sind insgesamt 1.000 Menschen ab 18 Jahren befragt worden.

Weitere Informationen zur Studie "Fitness 2022" finden Sie hier.

Sport im Freien 2022: Spazierengehen und Fahrradfahren

Eine weitere Erkenntnis der Fitness-Studie: Jeder zweite Deutsche geht aktuell regelmäßig spazieren oder fährt mit dem Rad – damit sind das mit Abstand die beliebtesten Sportarten, um sich fit zu halten. Vor der Pandemie war es nur jeder Dritte.

Auf dem zweiten Platz landet das Fitnesstraining zu Hause ohne digitale Anleitung. 34 Prozent gehen dem zur Zeit nach, vor Corona waren es nur 19 Prozent. Regelmäßigen Sport im Freien wie Joggen machen aktuell 29 Prozent, vor der Pandemie 26 Prozent.

Fitnessstudios und Sportvereine haben 2022 Probleme

Der Besuch von Fitnessstudios hat dabei deutlich nachgelassen: Während vor 2020 noch 25 Prozent im Fitnesscenter aktiv waren, schrumpfte die Zahl in den Corona-Monaten auf sechs Prozent und liegt auch derzeit bei lediglich zehn Prozent. Im Laufe des Jahres 2022 ist mit keiner Zunahme zu rechnen. Sportvereinen mit Indoor-Angeboten droht ein ähnlicher Mitgliederschwund: Die Aktivenzahl halbierte sich von 24 Prozent auf heute zwölf Prozent.

Zum Ausgleich für die entfallene Nutzung von Vereinen oder Studios haben Bürgerinnen und Bürger Online-Sportangebote für sich entdeckt. Insgesamt fast jede und jeder Fünfte nimmt seit der Pandemie erstmalig an angeleitetem Home-Training via Youtube oder Fitness-App teil, jede und jeder Achte an Online-Kursen von qualifizierten Anbietern. Besonders die unter 40-Jährigen, die in der Pandemie damit angefangen haben, halten sich weiterhin mit angeleitetem Home-Training und Online-Sport fit. Auch die regelmäßige Teilnahme an Online-Kursen von Studios, Krankenkassen und Vereinen erfreut sich großer Beliebtheit: 22 Prozent der 30- bis 39-Jährigen und immer noch 16 Prozent der 18-29-Jährigen geben an, diese Angebote für sich zu nutzen.

Sport zu Hause oder im Freien – was ist gesünder?

"Wichtig ist nicht, wo man Sport macht, sondern dass man sich überhaupt aufrafft. Aus medizinischer Sicht ist Bewegung an der frischen Luft sogar besonders empfehlenswert", sagt Dr. Gerd Herold, Beratungsarzt bei der pronova BKK.

Wer sich alleine zuhause zum Sport motiviert, braucht dafür zumindest eine Grundausstattung. Mittlerweile besitzen fast sechs von zehn Deutschen eine Gymnastik- oder Yogamatte. 14 Prozent haben sie während der Pandemie extra neu angeschafft. Auch die Anzahl an Hanteln im eigenen Haushalt ist um zehn Prozentpunkte gestiegen – mittlerweile besitzen 47 Prozent diese.

Tipps für das Home-Workout und für Sport an der frischen Luft in und um Augsburg finden Sie hier.

"Wenn die Zeit der hohen Infektionszahlen vorbei ist, werden die Deutschen wieder mehr in Gruppen oder im Sommer draußen trainieren. Doch besonders, wer Beruf und Familie hat, wie viele in den 30ern, will die Vorteile von zeit- und ortsunabhängigen Onlineangeboten nicht mehr missen", so Dr. Herold. "Wichtig bleibt, auf ein qualifiziertes Angebot zu achten, damit durch falsche Ausführung der Übungen keine Probleme auftreten."

64 Prozent der Online-Sporttreibenden legen besonderen Wert auf eine ausführliche und detaillierte Beschreibung der Übungen, 61 Prozent sind Hinweise wichtig, dass bestimmte Übungen bei bestimmten Beschwerden nicht erlaubt sind. Weiterhin relevant finden sie Kostenfreiheit, Werbefreiheit sowie die nachgewiesene Qualifikation der Trainerinnen und Trainer. 25 Prozent der Deutschen, die sich als fit bezeichnen, bevorzugen Kurse von bekannten Influencerinnen und Influencern.

Ein Beispiel dafür ist Personal Trainerin Renate Dumreicher. Auf Instagram ist die Neusäßerin als „samoja_fitness“ bekannt und gibt Tipps fürs Home-Workout.

Besonders im Trend: Hula-Hoop-Reifen

Einen besonderen Boom verzeichnen Hula-Hoop-Reifen: Vor der Pandemie waren 15 Prozent der Deutschen im Besitz eines solchen Geräts, mittlerweile hat sich die Zahl mit 28 Prozent fast verdoppelt. 35 Prozent der Frauen und sogar 44 Prozent der unter 30-Jährigen haben einen Hula-Hoop-Reifen zu Hause.

(mit pm)