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Neue Ambulanz am Therapiezentrum Burgau

Hilfe für schwerbehinderte Menschen

Im Therapiezentrum Burgau wird seit vielen Jahren Menschen nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung geholfen. Jetzt  hat dort eine neue Ambulanz  für Schwerbehinderte eröffnet.
Bild: Sonja Forster Therapiezentrum Burgau, AZ-Archiv
Im Therapiezentrum Burgau wird seit vielen Jahren Menschen nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung geholfen. Jetzt hat dort eine neue Ambulanz für Schwerbehinderte eröffnet.

Ein Schlaganfall, ein Unfall: Jeder kann plötzlich körperlich und geistig beeinträchtigt sein. Am Therapiezentrum Burgau eröffnet nun eine neue Ambulanz.

Daniela Hungbaur

Ist nach einem schweren Schlaganfall ein Verzicht auf den Rollstuhl, ein selbstständiges Gehen vielleicht doch wieder möglich? Wie kann nach einem Schädel-Hirn-Trauma mit den epileptischen Anfällen besser umgegangen werden? Können die Schluckprobleme bei einer komplexen Behinderung verbessert werden? Menschen, die nach einer einschneidenden Erkrankung oder einem Unfall mit einer oder mehreren schweren Behinderungen leben müssen, haben besondere Bedürfnisse, wenn es um ihre gesundheitliche Versorgung geht.

Es sind oft zeitaufwendige Untersuchungen nötig und nicht selten müssen Fachärzte unterschiedlicher Bereiche sowie Therapeutinnen, aber auch Psychologen in die Behandlung miteinbezogen werden. Wenn ein Haus- oder Facharzt das Gefühl hat, dass seine Patientin, sein Patient umfassendere Hilfe braucht oder ein ganz neuer Therapieplan nötig ist, kann er sie oder ihn ab dem 16. Mai ins neue „Medizinische Zentrum für Erwachsene schwerer Behinderung in Schwaben“, kurz MZEB-Schwaben, nach Burgau überweisen.

Zahl schwerbehinderter Menschen steigt

Am dortigen renommierten Therapiezentrum gibt es zwar schon eine Ambulanz für die Nachsorge, doch diese decke bei weitem nicht den Bedarf, sagt Chefarzt Prof. Dr. Andreas Bender. Denn die Nachfrage steige.

Schließlich können dank des kontinuierlichen medizinischen Fortschritts immer mehr Menschen auch mit schwersten körperlichen Beeinträchtigungen – etwa beim Atmen, beim Gehen, beim Sprechen, beim Essen, aber auch in ihrem Verhalten – weiterleben.

Und nicht wenige Menschen haben eine angeborene Behinderung: Für sie wiederum möchte das neue MZEB-Schwaben die kontinuierliche Weiterbetreuung ermöglichen, wenn zum Beispiel eine Versorgung in einem sozialpädiatrischen Zentrum beim Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen nicht mehr möglich ist.

Schätzungsweise 80.000 Menschen seien in Schwaben betroffen, erklärt Dr. Martin Huber, Oberarzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation. Auch hat der Gesetzgeber nach langen Diskussionen im Jahr 2015 die Errichtung solcher MZEB mit dem besonderen Auftrag der multidisziplinären und multiprofessionellen Versorgung von Menschen mit schwerer geistiger und mehrfacher Behinderung beschlossen. Bundesweit haben seitdem über 50 solcher Einrichtungen ihre Arbeit begonnen. In Bayern verfolge man das Ziel, wie die beiden Ärzte erklären, dass jeder Regierungsbezirk ein MZEB hat.

Ideale Voraussetzungen für Schwerbehinderte  am MZEB in Burgau

Mit dem erfahrenen Ärzte- und Therapeutenteam des Therapiezentrums Burgau, das 111 Betten und knapp 500 Mitarbeitende zählt, habe das neue MZEB-Schwaben ideale Voraussetzungen für die Beratung und Behandlung schwerst- behinderter Erwachsener, betonen Bender und Huber. Geschäftsführer Stefan Graf sieht mit dem MZEB-Schwaben eine wichtige Versorgungslücke geschlossen.

Dabei sei man keinesfalls ein Ersatz für die ambulanten Haus- und Fachärzte, sondern eine Ergänzung, betonen die Mediziner. Doch im immer schneller getakteten Praxisalltag gerieten viele ambulante Kolleginnen und Kollegen der Allgemein- und Fachmedizin mit den komplexen körperlichen, aber oft auch psychischen Herausforderungen, die viele schwerstbehinderte Menschen mitbringen, an ihre Grenzen.

Auch herrsche nicht selten eine große Unsicherheit – sowohl bei den Betroffenen selbst und ihren Angehörigen, aber auch bei Hausärztinnen und -ärzten. „Wir wollen eine zentrale Lotsenfunktion für die Betroffenen und ihre Angehörigen übernehmen“, betont Bender.

Termin für Schwerbehinderte einmal pro Quartal

Einmal im Quartal sei ein Termin möglich, wenn ein Haus- oder Facharzt die Patientin, den Patienten überweist. Für so einen Termin plane das achtköpfige Kernteam des MZEB, das aber auf das gesamte ärztliche und therapeutische Netzwerk des Therapiezentrums Burgau zurückgreifen könne, sehr viel Zeit ein, denn gerade schwerstbehinderte Menschen brauchen oft sehr individuelle Lösungen für ihre gesundheitlichen Probleme.

Eine Kontaktaufnahme ist über die Telefonnummer (0 82 22) 404-410 oder die Mailadresse info@mzeb-schwaben.de möglich. (AZ)

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