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Sonnenschutz für Kinder

Der achtjährige Alessandro macht es vor: Vor allem das Gesicht ist unbedeckt und vielen Stunden Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Deshalb gilt: Reichlich Sonnenschutz auftragen.
Bild: Ines Lehmann, Universitätsklinikum Augsburg
Der achtjährige Alessandro macht es vor: Vor allem das Gesicht ist unbedeckt und vielen Stunden Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Deshalb gilt: Reichlich Sonnenschutz auftragen.

Endlich wieder Sonne. Aber was der Seele gut tut, kann schädlich für die Haut sein. Deshalb ist es wichtig, vor allem Kinder und Jugendliche vor den schädlichen Auswirkungen der Sonnenstrahlung zu schützen. Tipps dazu gibt es hier.


Sonnenschutz im Kindesalter hat einen hohen Stellenwert. Denn ein Großteil der Schäden durch UV-Einstrahlung entsteht bereits im Kindes- und Jugendalter. Das liegt nicht nur daran, dass Kinder durch Sport und Spiel sehr viel mehr Zeit im Freien verbringen als Erwachsene, sondern vor allem daran, dass das Risikobewusstsein für die schädlichen UV-Wirkungen noch nicht vorhanden ist.

Hinzu kommt, dass die Haut eines Kindes sehr viel empfindlicher ist als die eines Erwachsenen. Dadurch ist sie auch gefährdet, nachhaltiger geschädigt zu werden. Denn neben der Lebenszeit-UV-Belastung stellen vor allem Sonnenbrände im Kindesalter einen bedeutenden Risikofaktor für die Entwicklung von Hautkrebs im Erwachsenenalter dar.

Aber auch wenn durch ein krankheitsbedingtes Fehlen des Hautpigments Melanin der Eigenschutz der Haut reduziert ist, kommen den Sonnenschutzmaßnahmen besondere Bedeutung zu. Dies betrifft zum Beispiel Kinder mit Albinismus oder der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo).

So sieht ein gut funktionierender Sonnenschutz aus

Durch eine konsequente Umsetzung von Sonnenschutzmaßnahmen im Alltag lassen sich solche Schäden vermeiden und die individuelle UV-Belastung reduzieren. Kinderdermatologe Dr. Andreas Weins, Oberarzt an der Kinderklinik Augsburg | Mutter-Kind-Zentrum Schwaben am Universitätsklinikum Augsburg, erklärt: „Sonnenschutz im Kindes- und Jugendalter basiert im Wesentlichen auf vier Säulen.“

  •  Sensibilisierung und Aufklärung zu gesundheitsbezogenen Risiken durch UV-Licht wie Sonnenbrand, Hautalterung, Hautkrebs.

  • Reduktion der UV-Belastungen durch Meiden direkter Aufenthalte in der Sonne und während Tageszeiten mit intensiver Sonneneinstrahlung („Mittagssonne“, ca. 10 bis 15 Uhr).

  • Tragen von UV-Schutzkleidung wie eine Kopfbedeckung mit Krempe, Sonnenbrille, langärmelige lockere Kleidung.

  • Gebrauch von Sonnenschutzmittel, die vor dem Aufenthalt im Freien in ausreichender Menge aufgetragen und regelmäßig erneuert werden. Ideal ist etwa alle zwei Stunden sowie gezielt z.B. nach vermehrtem Schwitzen oder Schwimmen.

Besonderer Sonnenschutz bei Neurodermitis

Dabei sollte das Sonnenschutzmittel auf das Alter, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern, den individuellen Hauttyp sowie den Hautzustand des Kindes angepasst sein. So hat die Kinderhaut zum Beispiel auch bei Neurodermitis besondere Bedürfnisse. Weil lösliche, sogenannte chemische UV-Filter die Hautbarriere passieren können, bestehen Bedenken zu möglichen Gesundheitsrisiken, wofür es Hinweise aus tierexperimentellen Daten gibt.

„Bei Säuglingen und Kleinkindern werden daher Sonnenschutzmittel mit mineralischen Schutzfiltern empfohlen. Dazu gehören beispielsweise Zinkoxid und Titandioxid“, erklärt Dr. Weins. Grundsätzlich gelte, dass Kinder im ersten Lebensjahr generell nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden sollten. Limitierend bei der Anwendung von Sonnencremes auf mineralischer Basis war der sogenannte Weißel-Effekt. Die Verringerung der Partikelgröße der enthaltenen UV-Filter habe jedoch zu einem verbesserten Tragekomfort und damit zu einer höheren Akzeptanz geführt.

So viel Sonnenschutz ist nötig

Mindestens so wichtig wie die Höhe des deklarierten Lichtschutzfaktors eines Sonnenschutzmittels ist die ausreichende Menge. Tatsächlich werden durch eine Sonnencreme mit LSF 30 bereits 97 Prozent des Sonnenlichts absorbiert – allerdings nur bei einer Schichtdicke, die laut Dr. Weins zwei Milligramm pro Quadratzentimeter betragen sollte.

Um diese zu erreichen, sei eine beträchtliche Menge an Sonnencreme erforderlich. Das bedeutet für die gesamte Haut etwa zehn Gramm bei einem dreijährigen Kind und zirka 30 bis 40 Gramm bei einem Erwachsenen. Um diese kritische Menge zu erreichen, kann man sich an der so genannten „11-Zonen-2-Finger-Regel“ orientieren: Je 2 Cremestränge entlang von Zeige und Mittelfinger sind nötig um die 11 Zonen des Körpers (Gesicht / Hals, Brust, Bauch, oberer und unterer Rücken, sowie die beiden Ober- und Unterschenkel) einzucremen.

Wichtig beim Thema Sonnenschutz ist aber auch, dass wir als Erwachsene als gutes Beispiel vorangehen. Denn Vorbilder dienen Kindern als Modell, auch beim Erlernen gesundheitsbezogenem Verhalten.  (pm)

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