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Needle-Spiking und K.O. Tropfen

Needle-Spiking – Das steckt dahinter dem gefährlichen K.O Tropfen Trend

Symbolbild. Zwar ist in Augsburg noch kein Needle-Spiking vorgekommen, es gibt aber bereits die ersten Fälle in Deutschland.
Bild: , (C) VMM
Symbolbild. Zwar ist in Augsburg noch kein Needle-Spiking vorgekommen, es gibt aber bereits die ersten Fälle in Deutschland.

Ein kleiner Stich im Arm – alles dreht sich, Übelkeit, Kopfschmerzen und man ist völlig orientierungslos. Needle-Spiking ist ein neuer gefährlicher Trend in der Clubszene, bei dem vor allem jungen Frauen mit einer winzigen Spritze ungewollt Drogen injiziert wird.

Viviana Wagner

Was ist Needle-Spiking? 

Die Berichte häuften sich im Herbst 2021, als die Clubs wieder öffnen durften. Vor allem in England und Irland traten mehr als 1000 Fälle von „Needle-Spiking“ auf. „Spiking“ bezeichnet einen mit Vergewaltigungsdrogen präparierten Drink. „Needle-Spiking“ bezeichnet dabei die Injizierung mit der Nadel. Opfer schildern typische K.O. Tropfen Symptome wie Schüttelfrost, Orientierungslosigkeit, Schwindel, Schweißausbrüche und Unwohlsein. Bei manchen Betroffenen sieht man tatsächlich eine kleine Einstichstelle im Armbereich. 

Erste Fälle in Deutschland 

Jetzt kommt das neue K.O. Tropfen Phänomen immer näher an Deutschland. In Belgien musste kürzlich, nach 24 möglichen Fällen ein ganzes Festival abgesagt werden. Und auch in Frankreich häuft sich das Vorgehen. Der Polizei zufolge meldeten sich bereits mehr als 60 Betroffene. Erst vor einer Woche ging ein Needle-Spiking Fall in Deutschland viral. Ein Instagram Post der Sängerin Zoe Zanias war der Auslöser. Sie berichtet, wie sie im Berliner Szene-Club „Berghain“ Needle-Spiking erlebte. Bei radioeins vom rbb berichtet Zanias, dass sie im Club Berghain getanzt habe, als sie sich plötzlich "leer" gefühlt habe und ihr Bewusstsein "in eine Art Abgrund gezogen" worden sei. Als sie wieder zu sich kam, hätte sie an der Garderobe gesessen. Ihre Freunde berichten ihr, sie sei kollabiert. Sie beschriebt es als eine „Nahtoderfahrung“ und einen „Horror Trip“. 

Noch viele Unklarheiten bei Needle-Spiking 

Die Methode von “Drink Spiking”, also einer Person unbemerkt K.O. Tropfen ins Getränk zu träufeln, ist schon länger bekannt. Immer wieder wird vor allem Frauen gesagt: Pass auf dein Getränk auf. Doch das neue Phänomen des Needle-Spikings bringt viele Unklarheiten mit sich und es ist komplizierter sich davor zu schützen. Die Täter sind schwer identifizierbar, da sie nach dem Einstich wieder unbemerkt in der Menge untertauchen. So ist es meist unmöglich nachzuvollziehen, wer dahintersteckt. Das erschwert auch eine Anzeige zu erstatten. 

Die Mediziner sind sich ebenfalls noch unsicher welchen Stoff die Täter den Betroffenen injizieren. Der typische K.O. Tropfen Wirkstoff GHB komme aus mehreren Gründen nicht in Frage: Diese Flüssigkeit sei zu dickflüssig und die Täter bräuchten eine größere Nadel. Opfer würden so den Stich spüren und ihr Arm würde brennen. Auch Stoffe wie beispielsweise Fentanyl müssten in die Venen injiziert werden, was im dunklen Club und im Gedränge zu umständlich und auffällig wäre. Es gibt Einschätzungen, dass Stoffe wie Benzodiazepine, kurz: Benzos, und Ketamin verwendet werden, die vor allem in Kombination mit Alkohol stark betäuben und berauschen. Denn durch die kleine Nadel muss es vor allem ein Stoff sein, der in geringer Dosis stark wirkt. Das Problem dieser Stoffe sei, dass sie leicht überdosiert werden können. 

Motiv der Täter unklar 

Viele sind sich außerdem uneinig über das Motiv der Täter. Denn glücklicherweise gehen die wenigsten Fälle bisher mit sexuellen Übergriffen einher. Andrea Piest, die in Berlin das 2018 gestartete Nightlife- und Präventionsprojekt Sonar betreut, erklärt gegenüber der Berliner Zeitung, die Täter müssten sich mit den Substanzen genau auskennen. Eventuell geht es darum ein Gefühl von Macht zu bekommen, indem man eine andere Person wehrlos macht. 

Ist Schutz vor Needle-Spiking möglich? 

Es ist schwer sich im Gedränge vor Nadelstichen zu schützen. Wichtig ist deshalb ein sicherer Umgang miteinander. Aufeinander Acht geben und niemanden allein lassen, dem es schlecht geht. Auch sollte niemand davor zurückschrecken, das Club Personal anzusprechen. Betroffene sollten nicht zögern und sofort handeln, wenn sie etwas merken. Die Sängerin Zoe Zanias rät Betroffenen auf ihrem Instagram-Account jeden Vorfall der Club Kommission zu melden und umgehend ins Krankenhaus zu gehen. Denn auf Grund des Einstiches ist es wichtig, dass die Betroffenen eine HIV- und Hepatitis-Prophylaxe-Behandlung bekommen.