Intersana Gesundheitsmesse

für meine Gesundheit

Zöliakie

Zöliakie: Symptome und Diagnose

Zöliakie: Das sind die Symptome und so wird sie diagnostiziert.
Bild: , (C) VMM
Zöliakie: Das sind die Symptome und so wird sie diagnostiziert.

Sich nach Feierabend noch spontan auf ein Bier treffen? Schwierig. Sich unterwegs einen Imbiss genehmigen? Schier unmöglich. An Zöliakie Leidende haben gleich doppelt Pech: Neben den ohnehin schon unangenehmen Magen-Darm-Beschwerden bringt die Glutenunverträglichkeit obendrein viele soziale Einschränkungen mit sich.

Valeria Rybin

Was ist Zöliakie? 

Zöliakie wird häufig – und völlig zu Unrecht – als „Trendkrankheit“ abgetan. Es handele sich nur um eine weitere der unzähligen modernen Lebensmittelallergien. Dabei bezeichnet sie eine teilweise mit starken Schmerzen verbundene Unverträglichkeit des Dünndarms gegenüber Gluten. Diese kann auf eine genetische Veranlagung oder eine Autoimmunreaktion zurückgehen. 

 

Und was ist Gluten? 

Gluten ist ein Speicherprotein, das in vielen Getreidearten wie Weizen, Gerste, Dinkel, Hafer oder Roggen enthalten ist. Es wird auch als „Klebereiweiß“ bezeichnet. Und genau hier ist schon die Krux: Wegen seiner Eigenschaft, beispielsweise Weizenmehl zusammenzuhalten, wird das Protein oft in Fertiggerichten oder Soßen eingesetzt. Es versteckt sich in unzähligen Lebensmitteln – wie unter anderem in Bier – und erschwert den von Zöliakie Betroffenen ihren Alltag ungemein. 

 

An welchen Symptomen erkennt man Glutenintoleranz? 

Die Symptome von Zöliakie sind meist unspezifisch und vielseitig. Dies macht es sehr schwer, die Krankheit zu diagnostizieren. Häufig handelt es sich um Zufallsbefunde oder die Betroffenen lassen sich ganz gezielt hierauf untersuchen. Bekannte Symptome sind Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall oder Blähungen, bis hin zu Entzündungen der Dünndarmschleimhaut. Letztere können dazu führen, dass die Zotten im Dünndarm absterben und der Körper nicht mehr ausreichend mit wichtigen Vitaminen versorgt wird. Weniger bekannt sind Begleiterscheinungen wie ein geschwächtes Immunsystem, psychische Belastungen bis hin zu Depressionen oder gar Entwicklungsrückstände bei Kindern

 

Was darf man bei Zöliakie noch essen? 

Statt beim Wocheneinkauf auf „Bio“-Logos oder Gütesiegel zu achten, steht nun beim Lebensmittel-Shoppen der Wortlaut „glutenfrei“ an erster Stelle. Allerdings sind glutenfreie Produkte tendenziell teurer als glutenhaltige. Dennoch bereits ein großes Plus: In den Supermärkten nimmt die Anzahl an Alternativen ohne Gluten zu. Restaurants und andere Speiselokale hingegen lassen noch zu wünschen übrig. Wer schon einmal in den Genuss einer glutenfreien Pizza kommen durfte, weiß außerdem, dass derartige Speisen leider nicht immer schmackhaft sind. Doch kein Grund zu verzweifeln. Lebensmittel wie Reis, Soja, Kartoffeln und Hirse enthalten kein Gluten. 

 

Und wenn man einmal eine Ausnahme machen möchte? 

Die Anweisung beim Zöliakie-Befund lautet klar: konsequent bleiben. Ärzte und Ärztinnen raten strikt davon ab, sich Ausnahmen bei der glutenfreien Ernährung zu erlauben. Jeder Kontakt mit Gluten sei schädlich für die Dünndarmschleimhaut. Darüber hinaus muss eine anhaltende Entzündung im Körper vermieden werden, da sie Folgeerkrankungen wie Darmkrebs nach sich ziehen kann. 

 

Ist es dann nicht generell gesünder, sich glutenfrei zu ernähren? 

Eine glutenfreie Ernährungsweise wird tatsächlich nur empfohlen, wenn jemand an Zöliakie leidet. Ob ein Verzicht auf das Protein zum Beispiel positiven Einfluss auf die Leistungsfähigkeit einer Person hat, ist unter Fachleuten umstritten. 

 

Und was folgt nach der Diagnose von Zöliakie?

Einfach nur selbst auf seine Ernährung zu achten, reicht nicht aus. Daher besonders wichtig: Freunde und Familie auf seine Unverträglichkeit aufmerksam machen. Oftmals denkt man nicht daran, glutenfreie und glutenhaltige Lebensmittel im Haushalt getrennt voneinander aufzubewahren. Dies stellt die Betroffenen beim Auswärtsessen erneut vor ein Hindernis. In größeren Küchen ist eine solche Kontamination leider kaum zu vermeiden. Deshalb gilt es, sein Umfeld weiterhin über die Erkrankung aufzuklären, da sie weitaus mehr ist als eine bloße Modeerscheinung.