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BMI gibt Auskunft

Übergewicht oder Adipositas?

Fast jeder vierte Erwachsene hat inzwischen starkes Übergewicht.
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Fast jeder vierte Erwachsene hat inzwischen starkes Übergewicht.

Hier ein Pölsterchen, dort ein wenig Babyspeck - von ein paar Pfunden zuviel  bis zu extremen Übergewicht ist es oft nicht weit, aber doch ein langer Leidensweg für Betroffene. Doch was ist Adipositas und wann gilt man als adipös?


Mit Adipositas - auch Fettsucht oder Obesitas genannt -  wird man nicht geboren.  Sie  entwickelt sich im Lauf des Heranwachsens oder auch später durch eine falsche Ernährung - zu viel, zu fett, zu hochkalorisch- und zu wenig Bewegung. Haben sich dann erst einmal überflüssige Pfunde angesammelt, fällt Bewegung oder gar Sport noch schwerer – ein Teufelskreis.

Das führt dazu, dass heute fast jeder vierte Erwachsene in Deutschland starkes Übergewicht mit einem Body-Mass-Index (BMI) von um oder über 30 hat und damit zumindest  Adipositas gefährdet ist. Bei Kindern und Jugendlichen sind es rund 15 Prozent, sechs Prozent sind bereits adipös. Diese Entwicklung ist fatal, denn meist nimmt Adipositas mit dem Alter zu. Das ist extrem gefährlich – nicht nur für das Herz-Kreislauf-System und die Gelenke, sondern auch, weil mit jedem Kilo zu viel das Risiko für Typ-2-Diabetes steigt. Besonders ein BMI von über 30 lasse das Diabetes-Risiko in die Höhe schnellen warnt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG).

 Taillenumfang messen
Neben dem BMI gibt auch der Taillenumfang Auskunft über den Grad des Übergewichts.
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Neben dem BMI gibt auch der Taillenumfang Auskunft über den Grad des Übergewichts.

Um Diabetes und anderen Folgekrankheiten vorzubeugen, lohnt es sich, neben dem BMI  auf den Taillenumfang zu achten. Bei Frauen empfehlen Experten als Grenzwert einen Taillenumfang von 88 Zentimeter, bei Männern von 102 Zentimetern. Messen sollte man den Umfang nach dem Ausatmen knapp oberhalb des Bauchnabels - dabei nicht den Bauch einziehen.

Wer unter Fettleibigkeit leidet, sollte neben dem Blutzucker auch die Blutfettwerte sowie den Blutdruck von einem Arzt im Auge behalten lassen. Und: abnehmen – also die Ernährung umstellen und mehr Bewegung in den Alltag bringen.

Dicke Kinder sind meist dicke Erwachsene

Das gilt schon in Kindheit und Jugendzeit, denn übergewichtige Kinder werden auch dicke Erwachsene. Hier muss von Eltern, Ärzten, Krankenkassen und der Gesellschaft präventive Arbeit geleistet werden – auch wenn Übergewicht bei Kindern noch wenig körperliche Symptome mit sich bringt. Vorboten für spätere Leiden wie erhöhte Blutzucker- oder Cholesterinwerte sind jedoch durchaus zu beobachten.

Das Problem dabei: Adipositas wird zwar inzwischen auch als Krankheit angesehen, eine umfassende Behandlung und Kostenerstattung durch die Krankenkassen ist damit aber noch nicht verbunden, so die Deutsche Adipositas Gesellschaft (DAG). Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Verantwortung den Betroffenen selbst zugeordnet wird mit Hinweis auf deren persönlichen Lebensstil. Es wird immer noch viel zu oft das zugrunde liegende komplexe Zusammenspiel von biologischen, genetischen und psychosozialen Faktoren vernachlässigt. 

Probleme im Alltag

Für die Betroffenen bedeutet das Gewichtsvorurteile, Stigmatisierung sowie gesundheitliche und soziale Ungleichheiten. Aspekte wie Schuld, Scham und sinkender Lebensmut sowie für den Normalbürger kaum vorstellbare Schwierigkeiten im Alltag -  Menschen mit Adipositas sind in der Öffentlichkeit, im Bildungs- und Gesundheitswesen sowie in der Politik von teils dramatischen Vorurteilen und Diskriminierung betroffen. 

Die DAG fordert deshalb eine Anerkennung von Adipositas als Krankheit und damit eine darauf abgestimmte Behandlung. So ließen sich „Folgeschäden“ wie Bluthochdruck, Diabetes oder Gelenkprobleme eindämmen, deren Behandlung – als Krankheiten – Milliarden kostet. Sie schlägt deshalb bei einem BMI ab 30 eine multimodale Therapie vor. Sie besteht aus Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapien und – falls notwendig – einer ergänzenden Medikamentengabe zur Unterstützung.  

Operationen bei Adipositas

Für eine optimale Adipositastherapie sollten Ernährungsberater, Ärzte, Physiotherapeuten und Psychologen eng zusammenarbeiten. Erweist sich die Ernährungstherapie als nicht erfolgversprechend, zum Beispiel bei gravierenden Begleiterkrankungen oder schweren psychosozialen Problemen, können dem Betroffenen möglicherweise Einrichtungen, die qualitätsgesicherte Gewichtsmanagementprogramme anbieten oder ambulante Adipositaszentren, weiterhelfen. 

Bei extrem Adipösen kommen auch chirurgische Maßnahmen in Betracht. Eine so genannte bariatrische Operation, also der Einsatz eines Magenballons oder Magenbands sowie die operative „Verkleinerung“ des Magens, erfordert jedoch eine lebenslange Nachsorge und einer Betreuung durch verschiedene Disziplinen sowie anderer Maßnahmen, um das Gewicht nach einer erfolgreichen Abnahme langfristig zu stabilisieren. tmn/pm/bim Hier finden Sie mehr Informationen zum Thema Ernährung.