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Cochlea-Implantat kann helfen

Wieder besser hören

Dank eines Cochlea-Implantats wieder besser hören und am Leben teilhaben.
Bild: Newsroom Cochlear, akz-o
Dank eines Cochlea-Implantats wieder besser hören und am Leben teilhaben.

Hören ist ein elementarer Sinn. Allein in Deutschland jedoch leben circa 16 Millionen Menschen mit Hörverlust. Dieser hat für Betroffene meist weitreichende Folgen.


Ihre gesellschaftliche Teilhabe ist häufig erschwert, die Jobsuche gestaltet sich schwierig. „Die Lebensqualität wird dadurch stark beeinträchtigt. Im schlimmsten Fall kann ein Verlust des Gehörs zur sozialen Isolation führen“, sagt Dr. Harald Seidler, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sowie Rehabilitationsmedizin und ehemaliger Präsident des Deutschen Schwerhörigenbundes.

Darüber hinaus begünstigt ein Hörverlust das Entstehen von depressiven Erkrankungen und Demenz. Auch das Sturzrisiko ist erhöht. „Bei Kindern beeinflusst er zudem die Sprachentwicklung negativ.“

Therapien für besseres Hören

Doch Menschen mit Hörbeeinträchtigung werden häufig nicht ausreichend mit den für sie geeigneten Therapien und Hilfsmitteln versorgt. Beispielsweise reicht bei hochgradigem Hörverlust ein Hörgerät in der Regel nicht mehr aus.

Die Suche nach einer Folgetherapie gestaltet sich oft schwierig. In Deutschland sind ca. 1,2 Millionen Menschen betroffen. Doch nur 50.000 tragen ein Cochlea-Implantat (CI) – für den Schwerhörigenbund ein Fall von Unterversorgung. „Eine frühzeitige Behandlung mit einem Cochlea-Implantat kann Lebenschancen verbessern“, betont Dr. Seidler, selbst CI-Träger.

 Cochlea-Implantat hilft beim Hören 

Ein Cochlea-Implantat (CI) kann eine Option sein, Sprache wieder besser zu verstehen, Geräusche wahrzunehmen und somit auch die mentale Gesundheit und die Lebensqualität zu verbessern.

Das CI ist eine elektronische Innenohr-Prothese. Sie wird durch einen Sprachprozessor außen am Ohr ergänzt. Er nimmt akustische Signale auf und wandelt sie in elektrische um. Danach werden sie über eine Spule an einen einen Elektrodenträger weitergeleitet. Dieser Träger ist in der Hörschnecke (lateinisch: Cochlea) im Innenohr platziert. Die Elektroden stimulieren den Hörnerv: So entsteht im Gehirn der Höreindruck.

Hören geht nicht sofort nach der OP

Richtig hören und Sprache verstehen können Betroffene nach der Operation nicht gleich.  Oft braucht es einen längeren Übungsprozess mit Hörtraining, um Sprache wieder verstehen und telefonieren zu können. Bei einigen geht das besser, bei anderen schlechter. Das hängt auch davon ab, wie gut das Gehirn die neuen Höreindrücke verarbeiten kann.

In Deutschland leben rund 30 000 bis 40 000 Menschen mit einem Cochlea-Implantat. Die Operation dauert etwa zwei Stunden.

Da viele hochgradig Schwerhörige tiefe Töne noch verstehen, wird oft ein Hörgerät zusammen mit dem Implantat verwendet. Das CI macht dann die hohen Töne, die für das Sprachverstehen wichtig sind, hörbar. Das Hörgerät verstärkt die tiefen Töne und sorgt damit für einen besseren Höreindruck.

Tauben Kinder Möglichkeit zum Hören geben

Kontroverse Diskussionen gab es lange um die Frage, ob taub geborene Kinder ein CI bekommen sollten. Es ist eine gute Alternative, gibt allerdings keine Sicherheit.  Studien ergeben, dass etwa die Hälfte der Kinder in einen natürlichen Lautspracherwerb kommt.

Wichtig ist deshalb, dem Kind auch Gebärdensprache beizubringen. Diese ist dann die Alternative, wenn das Implantat nicht wie gewünscht funktioniert. Es sollte kein Entweder-oder zwischen CI und Gebärdensprache geben. Kindern sollte die Möglichkeit zum Hören nicht vorenthalten werden.  Viele von ihnen können dank des Implantats eine normale Schule besuchen und hätten später auch bei der Berufswahl mehr Möglichkeiten.

Kein Ersatz für natürliches Hören

Trotzdem: Ein gesundes Ohr kann das Cochlea-Implantat nicht ersetzen. Störgeräusche wie Verkehrslärm oder andere Gespräche im selben Raum können CI-Träger das Hören erschweren. Im Gegensatz zum Ohr kann das CI nur schlecht steuern, welche Geräusche es hören will. Für Menschen, die taub sind, kann das Implantat aber ein Segen sein.

Die Kosten für ein CI zahlt in der Regel die gesetzliche Krankenkasse.  Informationen erhält man bei HNO-Ärzten, Hörakustikern oder in auf die CI-Versorgung spezialisierten Kliniken. (akz-o/tmn)

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