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Vier Säulen der Krebstherapie

Kassen erstatten Glioblastom-Behandlung

Ärzte können im Fall einer nötigen Therapie vorab beraten.
Bild: agenturfotografin/stockadobe, akz-o
Ärzte können im Fall einer nötigen Therapie vorab beraten.

Krebserkrankungen sind komplexe Krankheiten, da, genau wie jeder Patient auch, jeder Tumor Besonderheiten mit sich bringt. Immer mehr Experten verfolgen daher ein interdisziplinäres Behandlungskonzept.


Krebserkrankungen sind komplexe Krankheiten, da, genau wie jeder Patient auch, jeder Tumor Besonderheiten mit sich bringt. Immer mehr Experten verfolgen daher ein interdisziplinäres Behandlungskonzept.

„Bei diesem wird der Patient gleichzeitig von mehreren Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen betreut, die seine individuelle Therapie festlegen“, erläutert Prof. Dr. Martin Glas, Leiter der Abteilung Klinische Neuroonkologie, Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen. „Ein Ziel ist es, die Schwachpunkte des Tumors zu finden und gezielt anzugreifen.“ Denn ob Brustkrebs, Lungenkrebs oder Hirntumor – jede der Erkrankungen zeichnet sich durch bestimmte Eigenschaften aus.

So auch das Glioblastom:

Der bösartige, aggressive Hirntumor kann schnell unkontrolliert in gesundes Gehirngewebe wachsen. „Dieser Tumor ist leider nicht heilbar“, sagt Prof. Glas. „Doch moderne Behandlungen können die Überlebenszeit der Patienten verlängern.“ Die Therapie des Glioblastoms umfasst mehrere Säulen. „Zunächst wird der sichtbare Teil des Tumors so gut wie möglich operativ entfernt. Dann folgt eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie.“ Als weitere Säule der Therapie – begleitend zur Erhaltungstherapie – ist die anschließende Behandlung mit Tumor Treating Fields (TTFields) eine Option. „Elektrische Wechselfelder, deren Plus- und Minuspol sich laufend und hochfrequent ändern, können die schnelle Teilung von Tumorzellen stören. Sie verzögert sich oder kann ganz zum Stillstand kommen“, erklärt der Experte.

Internationale Studie

Die Behandlung mit TTFields erfolgt mit einem mobilen Gerät sowie Keramikgelpads, die auf die Kopfhaut appliziert werden. Eine internationale Studie mit 695 Glioblastom-Patienten zeigte, dass die zusätzliche Behandlung mit TTFields das Überleben der Patienten um fast fünf Monate verlängerte. „Diese Studie gab darüber hinaus erste Hinweise darauf, dass in der Patientengruppe, die neben der Standardtherapie auch mit TTFields behandelt wurde, jeder fünfte Teilnehmer vier Jahre und länger überleben konnte. In der Gruppe, die ausschließlich die Standardtherapie erhielt, war dies nur jedem zwölften Patienten möglich“, sagt Prof. Glas.

Gut zu wissen:

Seit März 2020 erstatten die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlung für Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom. (akz -o)

 

 

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